dein Schweigen
stanzt kleine Löcher
in meine Liebe
so läßt sie sich
leicht abheften
im Ordner
„Sonstiges“
dein Schweigen
stanzt kleine Löcher
in meine Liebe
so läßt sie sich
leicht abheften
im Ordner
„Sonstiges“
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Dieser Tag ist
wie der Pinsel, den du nie greifst,
weil die Farbe immer vertrocknet.
Die Note, die du nie spielst,
weil die Saite riss.
Wie das Nein, das du nie sagst,
und die Post, die du nicht öffnest,
die Hand, die du nicht wegschiebst,
und die Wäsche, die nicht trocknet.
Weil der Regen
nicht nachläßt.
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schlüpfe aus der Haut
wie aus dreckigen Hosen
laß leere Hüllen
neben deinem Begehren
wünschte Herz und Hirn
hätten keine Ketten
könnten fliegen
von wesenden Leibern
und toten Lieben
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wob ein Netz
durch Zeit und Raum
gab ihm klebrige Tropfen
sponn die Fäden fein und lang
Gespinste für Sekunden
verharre still
die hoffnung zirpt
und wage kaum zu atmen
auf das dein Blick sich niederläßt
ein Pfauenaug im Regen
Du rührst wie Saiten
das Gespinst
ein Augenblick
ein Zittern
doch hebt ein Windhauch
dich empor
zurück bleib ich
verfangen
(Köln 1998)
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verlassen die Ufer
an einer trüben Donau
schien der Horizont fern
näher denn je sind
Tokajer und du
Ungarsteppenland
in dieser Nacht
folge ich den streunenden
Hunden und
suche die Herbstlaubaugen
in sanftem
Rubinwein
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Wortstrom und
Gedankenfluß
eine Hand nur raus
der Fisch im Netz
erschriebene Liebe
zerredeter Fang
Wortfluß und
Gedankenkuß
fort im
Strom
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wünschte, würde, wäre,
käme, läse, sähe
sähst, läsest, kämst,
sagtest, nähmst, legtest
- erträumte Räume
erschriebene
Liebe
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Fenster geöffnet
Wolken indigograu
warme Tropfen und Abendtau
treffen Ahornblatthände
und ein Vogel singt
in den schwindenden Tag
Ich nehm deine Hand
küss deine Stirn
sag, der Abend ist wahr
und: ich halt dich lieb
Nichts sag ich vom Morgen
den es nie wieder gibt
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Hinter ihm schlägt die Haustür
schallend ins Schloß.
Ob noch was zu essen da sei
ruft er in die Küche.
Schwarz polierte Lederschuhe
poltern in den Flur.
Er reißt den Kühlschrank auf.
Schneller Griff zum kalten Bier.
Mit dem Feuerzeug lässig laut geöffnet.
Fester Griff an ihren Po.
Hallo Schatz.
Er nimmt ihre Hand
und ich gebe sie Dir.
Manchmal bringt er ihr auch etwas mit.
Zum Beispiel Dessous
aus der Non-Food-Abteilung des Supermarkts.
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Er schreit.
Schwere Beats aus Boxen
machen ihn zum Stummfilm
spülen seine Gesten an mir vorbei -
ich nicke, lächle, schlucke mein Bier.
Und schreie zurück,
durch Bässe aus Boxen.
In fahrigen Gesten -
treibe vorbei.
Er nickt, lächelt, schluckt sein Bier.
In seichten Gesichtern
bleibt mein Blick hängen.
Kein Boden mehr in den Klängen
müder Fluß in dem ich trinkend ersauf.
Augen schwimmen
ins Leere. Wer fängt mich auf.
Im Summen der Stimmen
konnte ich deine hören.
Was dich nahm läßt mich stranden
ohne Schiff ohne Floß.
In Blicken und Klängen
keine Spur mehr von dir.
Du bist fort mit der Flut.
Treibgut.
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